REGEN, REGEN, REGEN


Regen in Afrika, Regen in Dakar, Regen am Atlantik, ein Spiel der Elemente, der Urgewalten….

Zuerst beginnt der Himmel sich zu verschleiern, dann erheben sich schwere, rabenschwarze Wolken über dem Meer. Sie rollen schnell heran. Das Wasser des Meeres verändert die Farbe plötzlich. Von wunderschönem Meerblau wird es erst grün, grau, dann sogar schwarz. Und das mitten am Tag! Die Wellen erheben ihre Stimmen und rauschen alles übertönend.

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Dann der Wind, starke, heftige Stösse, unmittelbar bevor sich die Schleusen des Himmels öffnen. Wer jetzt noch nicht in Sicherheit ist, wird bestimmt patschnass. Die Menschen rennen dem nächsten Unterstand zu, ihre langen, weiten Gewänder flattern im Wind. Es sieht aus, als würde der Wind sie davon tragen. Farbige Flecken im schwarz-grauen Licht. Wie die Blätter im Herbst bei uns.

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Erste Blitze zucken über den schwarzen Himmel, der Donner grollt mächtig, rollt über das Meer davon. Dann platzt der Regen herunter. Es ist, als ob sich alle Schleusen des Himmels gleichzeitig öffnen. In Sekunden bilden sich riesige Wasserpfützen überall. Rinnsale entstehen, die zu Bächen anschwellen, die Strassen verwandeln sich in kleine Flüsse. Ein dichter Vorhang aus Wasser verhindert eine weite Sicht.

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Kinder und junge Erwachsene rennen durch den Regen, tanzen, lachen und freuen sich. Gedrängt stehen andere in den Unterständen und an den Fenstern, bestaunen das Spiel der Elemente. Geduldig wird gewartet, bis der Regen nachlässt. Nach 15 – 30 Minuten ist es soweit. Der Himmel hellt sich wieder auf und der Regen verliert an Kraft. Auch der Wind hat sich beruhigt. Langsam kommen die Menschen aus ihren Häusern.

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 Die arme Familie von gegenüber, die in einem noch nicht fertig gebauten Haus ohne Wasser und Strom wohnt, kommt vor mein Haus. Dort prasselt das Wasser aus der Abflussrinne der Terrasse wie ein Wasserfall herunter. Die Kinder stellen sich darunter, lachen und nehmen eine erfrischende Dusche. Die Frauen kommen mit Plastikbecken und füllen diese, damit sie die Wäsche waschen können. Es herrscht Freude und Uebermut. Auf meiner Terrasse hat sich so viel Wasser angesammelt, dass es noch mindestens eine halbe Stunde geht, bis die Abflussrinne versiegt. Auch die Talibée von gegenüber kommen, waschen sich und ihre Kleider. Die Kinder klatschen, singen, tanzen. In meiner Strasse an jeder Abflussrinne ein kleines Fest. Bald schon ist der Himmel wieder klar und die Sonne kommt mit ihrer ganzen Kraft hervor. Innert weniger Stunden hat sie das Wasser aufgesaugt, der Sand ist wieder trocken und weht in der leichten Briese davon.

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En regnet nun regelmässig seit etwa einer Woche. Ich staune, wie schnell das Grün spiesst. Der Strand beginnt sich mit einem feinen Grasbelag zu überziehen, es wird überall grün. Das tut meinen Augen wohl, habe ich doch das satte Grün der Schweiz mitunter vermisst. Ich stehe still und sehe mich daran satt. Auch sonst spriessen die Pflanzen mit Macht. Aus dem sonst trockenen, sandigen Senegal wird ein grünes Paradies. Ueberall spriessen die Blumen und Blüten. Farben und Grün überall. Wunderschön !!!

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4 Gedanken zu “REGEN, REGEN, REGEN

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