DER MARKT DER UNITÉ 11


Ein afrikanischer Markt. Überquellend von Leben, Farben, Gerüchen. Ausgelegt auf langen Reihen von Tischen die buntgemischten Waren. Das laute Rufen der Händler und Händlerinnen, welche ihre Waren feilhalten. Hier findet man alles, was man täglich für einen afrikanischen Haushalt braucht: Fisch, Fleisch, Gemüse, Gewürze, Gemischtwaren, getrocknete Hibiskus-Blüten, Affenbrotbaum Fruchtfleisch, Erdnüsse, Reis, Hirse, Weihrauch, Weihrauchessenzen, verschiedene Sorten Henna, Billig Parfüme, Kosmetik, künstliches Haar, Schönheitspasten, Karité-Butter, Kleider, gebraucht und neu, Stoffe, Schneider bei der Arbeit, und, und, und. Die Liste könnte noch unendlich länger sein.

Für das Abendessen brauche ich Reis, Zwiebeln und Fisch. Ich gehe zum kleinen Gemischtwaren-Stand in der Ecke des grossen Marktplatzes. Der junge Mann begrüsst mich freundlich: „Asalaamaalekum, na nga def?“ „Maalekum salaam, maa ngi fi rekk“ antworte ich nach hiesiger Sitte. Nachdem sich der Verkäufer auch noch nach meiner Familie, meinem Mann, meiner Gesundheit erkundigt hat, kann ich ihm sagen was ich gerne hätte. Prüfend betrachte ich seine Auslagen. Konservenbüchsen, getrocknete Linsen, Erbsen, verschiedene Reissorten, Öl, Zucker, Salz, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch. Alles fein säuberlich aufgestapelt oder in grossen Säcken. Ich suche mir 3 Zwiebeln heraus: „nata lay?“  „Das macht 100 FCFA.“ Weiter verhandle ich für ein Kilo Reis und lasse mir noch 100gr Salz geben. Auf Wiedersehen, ba beneen yon!

Anschliessend spaziere ich den langen Reihen von Tischen entlang. Gemüse, in allen Farben: Karotten, Kohl, Tomaten, Auberginen, Meerrettich, Kartoffeln, Gurken. Alles in kleinen Häufchen zu dreien oder mehreren angeordnet und gestapelt. Es sieht wunderbar farbig aus. „Madame, Madame, komm und schau bei mir!“ rufen mir die Marktfrauen zu. Ich bleibe bei einem Stand mit sehr schönem Gemüse stehen. Ein Kleines Mädchen, vielleicht 12 Jahre alt, lächelt mich an. Ich frage nach dem Preis. Eifrig nennt sie mir eine Summe. Nachdem ich ausgesucht habe was ich möchte, rechnet sie erstaunlich schnell den Gesamtpreis zusammen. Als ich sie deshalb lobe, lächelt sie mich an und sagt, dass sie in die Schule geht und das Rechnen dort lernt.

Langsam schlendere ich weiter. Die Marktleute grüssen mich, lachen mir zu. Ab und zu fällt ein Scherz. Ich bleibe stehen und plaudere ein wenig. Ich liebe diese Marktgänge: buntes, quirliges Leben, viele unterschiedliche Gerüche, Farben und vor allem dieser fröhliche Kontakt zu den Menschen. Jeder kommuniziert mit jedem. Ich erfahre auch Neuigkeiten, ob der Fisch rar ist oder ob es im Moment viele Tomaten gibt

Dann komme ich zum Fleisch. Hier kann man 2 Sorten Fleisch kaufen. Hammelfleisch mit Knochen oder Hammelfleisch ohne Knochen. Die Tiere werden am Morgen geschlachtet und landen spätestens am Abend in den Kochtöpfen. Das heisst, das Fleisch ist zwar sehr frisch und auch bestimmt nicht verdorben, auch wenn Hunderte von Fliegen darum herum schwirren. Es ist aber auch ziemlich zäh.

So, jetzt bin ich bei den Fischständen angelangt. Ich schaue mir die Auslagen an: Da sind Dorade, Thiof, Rötel, Barrakudas, Sole und Yaboye (Hering) zu sehen. Die Thiof sind gross und sehen frisch aus. Ich verhandle 2 grosse Fische. Die Thiof sind nicht gerade billige Fische. Sie sind ja auch von den Besten, die man hier haben kann. Schöne junge Männer werden hier oft „Thiof“ genannt. Der Händler wickelt mir die Fische ein, ich gehe weiter.

Eigentlich habe ich nun alles. Trotzdem schlendere ich bis zum Ausgang des Marktes noch etwas den Marktbuden entlang. Beim Stoffverkäufer sehe ich einen schönen Wax (bedruckter Baumwollstoff). Der sähe super aus für neue Kissenbezüge! Meine Stühle im Hof bräuchten dringend Neue. Kurz entschlossen frage ich nach dem Preis. Der Händler gibt mir gleich zu Beginn den korrekten Preis. Also kaufe ich.

Nun muss ich aber nach Hause. Meine „Bonne“ wartet schon auf die Zutaten, um das Abendessen zu kochen.

5 Gedanken zu “DER MARKT DER UNITÉ 11

  1. Hallo und salamualaikum!
    Ich liebe es auf Märkte zu gehen, ich liebe es alles durchzustöbern,zu probieren,mit den Leuten zu unterhalten,anschließend einen Kaffee zu trinken,nachhause zu schlendern,was schönes aus all den herrlichen Dingen zu kochen,schöne Musik aufzulegen,am liebsten von Youssu N`Door(habe ich den Namen richtig geschrieben? ).Eine tolle Mischung.Das kommt dabei raus wenn ich zum Markt gehe.Für Senegal muß ich Wolof lernen,gar nicht so einfach!
    Na naka nga def? Inshallah, Nungi sant yalla.Alles Gute für Sie und Ihre Familie,herzliche Grüße aus Wiesbaden-Christel

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